Kirchengemeinde Berge bei Gardelegen

"die sixtinische Kapelle der Altmark"

 

Friedhofsmauer in Berge

Kirchengemeinde Berge

 

Das altmärkische Kirchdorf Berge ist eine Ortschaft und ein Stadtteil der Hansestadt Gardelegen in Sachsen-Anhalt. Die evangelische Kirchengemeinde Berge gehörte früher zur Pfarrei Berge. Heute gehört die Kirchengemeinde Berge zum Pfarrbereich Estedt des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Bis 1998 hatte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Gardelegen gehört.

 

Die Dorfkirche in Berge

 

Feldsteinkirche historisch

Die Dorfkirche von Berge ist ein langgestreckter rechteckiger Saalbau mit Fachwerkturm über dem Westgiebel. Das Kirchenschiff hat eine Länge von 23 m, eine Breite von 8 m und eine Wandhöhe von 5,10 m (Innenmaß). Sie wurde wahrscheinlich im Kern im späten Mittelalter erbaut.

Beide Türen befinden sich in der Nordwand des Kirchenschiffs. Das schmale, spitzbogige Portal zum Chorbereich deutet auf eine Entstehung gegen Ende des 15. Jahrhunderts hin.

Das zweite Portal, eine zweiflügelige Holztür, ist nur an der rechten Seite angeschlagen und in der Mitte mit Scharnieren versehen, damit nur der linke Flügel für den normalen Gebrauch geöffnet werden kann. Über dieser Tür befindet sich ein Wappen mit der Datierung 1609.

Der aufwendige Umbau der Kirche erfolgte um 1600 und war im Jahr 1610 abgeschlossen. Die Kirche wurde damals durch Pfarrer Heuchlingk eingeweiht.

Beim Umbau wurden die Fenster vergrößert. Dieses machte einen neuen Putz im oberen Wandabschnitt erforderlich.

Spitzbogen

 

 

 

Dach und Turm

Die Kirche der Kirchengemeinde Berge besitzt ein Satteldach mit schiefergedecktem Fachwerkturm, der vom Westgiebel nach Osten in das Dach "einschneidet".

Über Jahrhunderte befand sich auf dem Fachwerkturm eine hohe, schiefergedeckte Spitze. Ender der 60er Jahre waren Dach und Turmspitze stark baufällig. Beides mußte erneuert werden. Dies war mit Schwierigkeiten und Hindernissen verbunden.

Angesichts der Dringlichkeit des Bauprojekts übernahm der Gemeindekirchenrat die große und schwere Aufgabe.

Dachreparatur dazumal

Sicherheit wir groß geschrieben

Das Bauholz (Eiche und Kiefer) für das neue Turmgebälk und für die Dachlatten musste selbst beschafft werden, die Dachziegel ebenfalls. Das für den Turm benötigte Eichenholz, das sich im Sumpf des Sperrgebietes bei Oebisfelde befand, mußte herangeschafft werden. In Feierabendstunden wurde das Holz im Sägewerk in Haldensleben durch freiwillige Helfer zurechtgeschnitten.

Das Kiefernholz wurde aus dem Kirchenwald geholt und mit Hilfe der ehrenamtlichen Gemeindemitglieder in Jävenitz (Sägewerk Trinkhaus) geschnitten.

 

Wand- und Deckenmalereien

 

Detail Gewölbedecke

Von 1609 stammt auch die aufwändige Wand- und Deckenmalerei. Sie wurde von einem italienischen Maler angefertigt, der die Gemälde von Michelangelo in der Hauskapelle des Papstes im Vatikan nachmalte.

Daher taucht auch in der Kirchenchronik von Berge die Wertung "Sixtinische Kapelle der Altmark" auf.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die "Rollenmalereien" rund um die Fenster überstrichen. Erst im Jahre 1964 wurden sie bei umfangreichen Restaurierungsarbeiten freigelegt.

Inzwischen verblasst die Rollenmalerei, die die Fenster einrahmt, wieder. Dieses trifft auch auf die Deckenmalerei zu,

Blick von der Orgel

Decke mit Rippen

 

 

Die Kanzel

 

Reich verzierte Kanzel

 

Der Aufgang zur Kanzel (Stufen, Brüstung, Handlauf) ist aus Kiefernholz gefertigt. Auf den vier rundbogigen Wappenfeldern befindet sich jeweils ein aus Lindenholz geschnitztes Wappen, das in Gold, Rot und Schwarz gefasst ist und eine Unterschrift trägt: Sophia G. Munchhausen, Hans Clamor v. Alvenschlep, Sophia G. Klink, Sophia G. Salder.

Über jedem Wappenfeld sitzt zwischen den Gesimsleisten ein farbig gefaßtes Engelsköpfchen auf Flügeln. Dieses wird von weißer Beschlagwerkmalerei auf blauem Grund umrahmt.

Auf dem sechseckigen Deckel befinden sich auf den Ecken, die nach Norden zeigen, zwei Putten. Möglicherweise waren es mal vier auf dem Kanzeldeckel.

Der Kanzeldeckel

Der Kanzelkorb

Der Kanzelkorb, der aus Eichenholz besteht, wird von einer Mosesfigur getragen, die weiß mit sparsamen Vergoldungen gefaßt ist. Die Höhe vom Erdboden zur Kanzeloberfläche beträgt 2,80 m und der Durchmesser des polygonalen Korbes 1,13 m. Die rundbogigen Füllungen des Kanzelkorbes sind Lindenholzreliefs, die Szenen aus dem Leben Christi darstellen. Diese sind im Wesentlichen weiß mit sparsamen Vergoldungen und etwas Silber.

Die mehrschichtige, geschliffene weiße Kreidegrundierung am Kanzelboden trägt ornamentale Malerei in Wasserfarbentechnik. Der Korbboden wird aus fünf stumpfwinklig aneinander stoßende Flächen gebildet, die sich nach unten hin verjüngen und aus 4 mm dünnen Lindenholzbrettchen bestehen.

 

Der Altar

 

Der Altar stammt wahrscheinlich aus der Umbauzeit um 1600. Er steht auf einer steinernen Mensa und besitzt eine Höhe von 4,64 m und eine Breite von 2,35 m. Der Aufbau besteht hauptsächlich aus Eichenholz. Dies ist eine Besonderheit, denn im mitteldeutschen Raum wurden Altäre relativ selten aus Eiche gefertigt und die für Dorfkirchen schon überhaupt nicht. Kiefernholz wurde nur in der Predella und im Aufsatz des Altarretabels verwendet.

Aus Lindenholz sind die Plastiken und Reliefs sowie die Grotesken, die seitlich des Mittelteils angebracht sind, und die das Abendmahlsrelief flankierenden Pilaster mit den Engelsköpfen.

Der Altar mit Plastiken und Reliefs

Der Altar dazumal

Die Retabel besteht aus drei Zonen. Die untere ist die Predella, die mittlere trägt das Abendmahlsrelief und die obere zeigt die Kreuzigungsszene. Die Zonen sind durch gemaltes Gesimse voneinander getrennt.

Die Predella hat in der Mitte ein Schriftfeld. Auf schwarzem Untergrund steht mit goldenen Lettern ein lateinischer Text. Rechts und links ders Schriftfeldes befindet sich gemaltes und plastisches Beschlagwerk mit je einem gelüsterten Engelskopf. Die mittlere Zone, das Abendmahlsrelief, befindet sich im Zentrum der Altarretabel und sitzt in einer 13 cm tiefen Nische.

 

Die Kirchenglocken

 

Die zuletzt erworbene Glocke verschwand während des zweiten Weltkrieges wieder vom Turm der Kirche. Erst seit März 1974 besitzt die Kirche wieder zwei Glocken. Die zweite stammt aus der Kirche in Weteritz, welche aufgelöst wurde. Am 20.07.1974 erklang zum ersten Mal wieder das gemeinsame Geläut von zwei Glocken.

Hören Sie hier, wie die Glocken von Berge bald wieder klingen sollen:

 

Kirchglocke

Blick in den Glockenturm

Die erste Kirchenglocke wurde 1702 beschafft. Sie wurde 1701 von Heiso Meyer Guelphenbino (= aus Wolfenbüttel) gegossen. Auf ihr wurden unter anderem die Namen des Pfarrers Abraham Schwechten, des Patrons Dietrich von Alvensleben und des Küsters Wilhelm Sasse verewigt. Die beiden anderen Glocken wurden von J. C. Ziegner 1734 und 1746 gegossen.

Während des ersten Weltkriegs hatte die Kirchengemeinde zwei der schönen, alten Glocken abgeben müssen. Erst 1925 kam sie wieder in den Besitz einer größeren Glocke, die1926 eingeweiht wurde.

Eine dritte Glocke sollte folgen. Doch das ersehnte Geläut, das in vollem Dreiklang die Gemeindemitglieder über zwei Jahrhunderte zur Kirche rief, ertönte nie wieder.

 

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Gemeindekirchenrat
Berger Dorfstraße 53
39638 Gardelegen OT Berge
Fax: 03907-775722

Mobil: 0160-98227394

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